StartseiteWarum kein Leder?

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Sie erfahren viele Fakten zum Thema Lederherstellung und warum sie lieber darauf verzichten sollten:



Leder:
Schönheit geht nicht nur unter die Haut


Leder ist - genauso wie Pelz - die Haut eines einst lebendigen Wesens, aus dem man nun Bekleidungs-Artikel, Modeartikel und Kosmetik-Accessoires gemacht hat. Nach Tausenden von Jahren als Handwerk für den Lebens unterhalt, ist das einstige Gewerbe der Ledermacher im 20. Jahrhundert zu einem äußerst profitablen Geschäft geworden, einer Milliarden- Industrie, die so eng mit der Fleischindustrie verknüpft ist, daß viele der größten Fleischproduzenten bereits ihre eigenen Ledergerbereien betreiben.

Alles, außer dem "Muh"

Jährlich werden weltweit etwa 230 Millionen Rinder, 350 Millionen Schafe, 175 Millionen Ziegen und 700 Millionen Schweine wegen ihres Fleisches und ihrer Haut geschlachtet. (1) Die größten Verarbeiter von Tierhäuten sind die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Indien. Indien und China produzieren die meisten Ziegenhäute, während die meisten Schafhäute aus den größten Wollherstellerländern stammen, nämlich Australien und Neu seeland. Die größten Exporteure von Lederendprodukten sind Frankreich, Großbritannien, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Italien und Japan. Viele der Millionen von Tieren, von denen diese Häute stammen, erleiden die gesamte Palette der Qualen in der Massentierhaltung, extreme Beengtheit, Entzug, Kastration ohne Betäubung, Brandmarken, Kupieren des Schwanzes und Enthornen sowie grausame Behandlung während des Transportes und des Schlachtens.

Die Fleischproduzenten witzeln, daß sie "aus jedem Teil einer Kuh" Geld machen, "außer aus dem Muh", und tatsächlich hängen die Profite der Fleischindustrie weitgehend vom Verkauf der "Nebenprodukte", im wesent lichen Leder, ab. Wird ein junger 1000 Pfund-Ochse geschlachtet, werden 432 Pfund verkäufliches Rindfleisch daraus. Der Rest des Kadavers geht in die Produktion von Nebenprodukten. (2) Dieses "fünfte Viertel", wie es in der Rindfleischindustrie genannt wird, besteht u.a. aus Knochen, Hörnern und Hufen (aus denen dann Sandpapier und Gelatine hergestellt werden), aus Haaren (aus denen Pinsel, grobe Decken und Filz werden) und aus Blut (aus dem Tierfutter gemacht wird). (3)

Die Haut nimmt einen Anteil von 50 Prozent des Gesamtwertes der Rindernebenprodukte ein. Läßt die Produktivität von Milchkühen nach, wird aus ihrer Haut ebenfalls Leder gemacht. Aus den Häuten der Kälbchen wird teures Kalbsleder gemacht, das Fleisch wandert in die Kalbfleischproduktion. Daher steht der wirtschaftliche Erfolg der Schlachthäuser (und der Milchfarmen) in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf aus dem "fünften Viertel" und den Lederwaren, die der Verbraucher kauft.

Die komplette Arche

Das meiste in den USA produzierte und verkaufte Leder wird aus Rinder- und Kalbshaut hergestellt, jedoch werden auch Häute von Pferden, Schafen, Lämmern, Ziegen, Zicklein und Schweinen verarbeitet, die man ihres Fleisches wegen geschlachtet hat. Andere Spezies auf der ganzen Welt werden ausschließlich wegen ihrer Haut gejagt und getötet. Dazu gehören Maultiere, Zebras, Land- und Wasserbüffel, Bären, Hirsche, Känguruhs, Elefanten, Tiger, Leoparden, Strauße, Elche, Haie, Wale, Delphine, Tümmler, Robben, Walrosse, Schildkröten, Frösche, Alligatoren, Krokodile, Eidechsen und Schlangen. Bis zu einem Drittel des Leders von "Exoten" stammt von artgeschützten, durch Wilderer getöteten Tieren, deren Abschlachten und Einfuhr unter Strafe stehen. (4)

Humanität hat weder bei denen, die Tiere um ihrer Haut willen wildern oder jagen, noch bei denen, die aus der Haut Leder machen, Priorität. Wilderer töten manchmal eine Tierspezies, nur um sie dann als Köder für eine andere zu verwenden. Schlangen werden oft aufgespießt oder gesalzen und lebendig gehäutet. Zicklein werden lebendig gekocht, um Ziegenleder daraus zu machen, und die Häute von ungeborenen Kälbchen und Lämmern - einige nach vorsätzlich eingeleiteter Fehlgeburt, andere von der Schlachtung schwangerer Kühe oder Mutterschafe - werden als besonders "luxuriös" angesehen.

Gifte aus den Gerbereien

Bis ins späte 19.Jahrhundert wurden Tierhäute luft- oder salzgetrocknet und mit pflanzlichen Färbemitteln oder Ölen gefärbt; heute jedoch machen Lederhersteller aus roher Tierhaut fertiges Leder unter Verwendung einer Vielzahl sehr viel gefährlicherer Substanzen, u.a. Mineralsalzen (Chrom, Aluminium, Eisen, Zirkon), Formaldehyd, Steinkohlenteer-Derivaten (Phenol, Kresol und Naphthalin) und verschiedenen Ölen, Färbemitteln und Beschichtungen, von denen einige auf Cyanid basieren. Die Lederindustrie-Abwässer enthalten diese toxischen Substanzen und auch große Mengen an Proteinen, Haaren, Salzen, Kalkschlamm, Sulfiden und Säuren, die allesamt in die Gewässer abgelassen werden, in deren Nähe sich die Betriebsstätten gewöhnlich befinden.

Neben den katastrophalen Auswirkungen dieser Schadstoffe auf die Umwelt, besteht vor allem auch Gefahr für die menschliche Gesundheit, die von den stark erhöhten Blei-, Cyanid- und Formaldehydwerten im Grundwasser nahe der Gerbereien ausgeht. Die Centers for Disease Control, die Zentren für Krankheitsüberwachung, fanden heraus, daß die Zahl der Leukämiefälle bei den Bewohnern in der Nähe einer Gerberei in Kentucky fünfmal so hoch lag wie der nationale Durchschnitt. (5)

Die Menschen, die in den Gerbereianlagen arbeiten, sterben an Krebs, der von Dimethylformamid und anderen toxischen Chemikalien, die bei der Verarbeitung und beim Färben des Leders verwendet werden, ausgelöst wurde.(6) Die verwendeten Steinkohlenteer- Derivate sind äußerst aggressive Krebserreger. Nach einer Studie, die vom New Yorker State Department of Health, dem Ministerium für Gesundheit des Staates New York, herausgegeben wurde, arbeiten mehr als die Hälfte aller an Hodenkrebs Erkrankten in Gerbereien. (7)

Alternativen

Es ist nicht notwendig, Uhrenarmbänder, Fußbälle, Polster, Gürtel, Mäntel, Schuhe und all die anderen Dinge aus Leder herzustellen. Es gibt viele alternative Materialien, z.B. Baumwolle, Leinen, Gummi, Ramie, Segeltuch und synthetische Stoffe. Diese sind billiger und tragen nicht zur Massenabschlachtung für die Fleischgewinnung oder wilden Jagd auf Tiere mit wundervoller Haut bei. Fragen Sie in den Geschäften nach einer größeren Auswahl an lederfreien Artikeln, und fordern Sie Designer und Hersteller auf, Schuhe aus alternativen Materialien zu kreieren und zu fertigen.

Lederfreie Artikel zu tragen bedeutet kein Opfer, denn immer mehr Hersteller fertigen bereits alternative Waren, die sowohl attraktiv wie auch strapazierfähig sind.

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(1) U.S. Leather Industry Statistics, Tanners' Council of America, 1980.
(2) Vegetarian Times, January 1989.
(3) The Animals' Agenda, Sept./Oct. 1988.
(4) Ibid.
(5) Ibid.
(6) The Lancet, November 14, 1987
(7) Rochester Democrat-Chronicle, June 19, 1988

Hurra ich lebe noch! -


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